Es gibt bisher noch wenige vollelektrische LKW-Arbeitsbühnen auf dem Markt.
Fazit nach einem Jahr im Dauereinsatz beim Grünflächenamt einer Stadt im Ruhrgebiet.
Mit der GL 25 N schlug GERKEN Arbeitsbühnen 2019 neue Wege ein und investierte in die erste vollelektrische LKW-Arbeitsbühne, die es am Markt gab. Eine Innovation der Firma RUTHMANN aus Gescher, die den STEIGER® Ampero TBR 250 E mit Unterstützung der Firma Orten elektrifizierte und so Neuland betrat. Mehrere LKW-Arbeitsbühnen dieses Typs mit 25 Metern Arbeitshöhe und 16 Metern Reichweite sind heute bei GERKEN im Einsatz, eine davon in der Langzeitmiete beim Grünflächenamt.
„Als wir uns 2020 zum ersten Mal mit dieser vollelektrischen Arbeitsbühne beschäftigten, trauten wir den Werbeversprechen nicht“, so der Betriebsleiter des Grünflächenamtes. „Aber völlig emissionsfreies Arbeiten und das noch nahezu geräuschlos war für uns so verlockend, dass wir die GL 25 N mal für zwei Wochen gemietet und getestet haben. Heute ist sie seit einem Jahr im Dauereinsatz und wir sind jeden Tag aufs Neue begeistert.“
Hart im Nehmen
Die GL 25 N wird nicht geschont und ersetzt heute eine ältere Arbeitsbühne mit Verbrennungsmotor, die zuvor im Einsatz war. Das Einsatzspektrum beim Grünflächenamt umfasst die ganze Bandbreite: Baumschnitt und Gehölzpflege im Wohngebiet, am Stadtrand oder auf dem Schulhof einer Grundschule. Der Baumschnitt erfolgt konsequent mit Akkugeräten, sodass die gewonnene Ruhe nicht durch den Lärm einer Benzin-Kettensäge gestört wird.
Vorteile, auf die keiner mehr verzichten will
Die GL 25 N konnte die Vorgängermaschine nicht nur zu 100 % ersetzen, sie bietet darüber hinaus viele Vorteile, auf die man nicht mehr verzichten will.
Ein wichtiger Pluspunkt:Die GL 25 N ist wirklich sehr leise im Einsatz. So können die Mitarbeiter auch im Hochsommer und schon in den frühen Morgenstunden arbeiten, ohne die Nachbarschaft zu wecken. Auch die Kommunikation zwischen den Mitarbeitern ist besser geworden. Es passieren weniger Fehler, weil man sich viel leichter in dem leisen Umfeld verständigen kann.
Umwelt und Gesundheit danken es, wenn nicht den ganzen Tag Abgase und Feinstaub entstehen, die eingeatmet werden. Auch die Passanten in der Fußgängerzone oder die Bewohner von Seniorenheimen reagieren sehr positiv auf die Emissions-Freiheit.
Top-Leistung zur Seite und am Hang
Die GL 25 N erfordert durch den kraftvollen Batterieantrieb ein 5-t-Mercedes-Benz-Sprinter-Fahrgestell. Durch dieses höhere Einsatzgewicht erreicht die GL 25 N bei schmaler und bei Voll-Abstützung eine deutlich höhere Reichweite als die üblichen LKW-Arbeitsbühnen auf einem 3,5-t-Fahrgestell. In der Praxis muss die Maschine z. B. beim Baumschnitt seltener umgesetzt werden, da sie einen deutlich größeren Arbeitsradius hat.
Bedingt durch das schwere Fahrgestell kommt auch eine größer dimensionierte Abstützung zum Einsatz, die man so nur von 7,5-t-Maschinen kennt. Mit dem größeren Stützhub lässt sich die GL 25 N hervorragend bei Arbeiten am Hang einsetzen, was das Einsatzspektrum zusätzlich erweitert.
Im Vergleich zum Vorgänger ist die GL 25 N mit einem Korbarm ausgestattet. Dieser steigert die Einsatzmöglichkeiten ebenfalls, da hinter störenden Kanten oder auch oben in der Baumkrone gearbeitet werden kann, ohne dass Bruch am Baum entsteht.
Durch die höheren Gewichtsreserven des 5-t-Fahrgestells können auch umfangreiches Werkzeug und mehrere Elektrowerkzeug-Alukoffer auf der Ladefläche mit zum Einsatzort transportiert werden. Früher war hierfür schon mal ein zweites Pritschenfahrzeug erforderlich.
Energie aus eigener Herstellung
Für das Grünflächenamt ist es besonders attraktiv, ihre Arbeitsbühne mit dem Strom aus dem eigenen Netz oder aus regenerativen Quellen zu betreiben. Ist eine Photovoltaik- oder Windenergieanlage vorhanden, ist der Einsatz der GL 25 N zu 100 % nachhaltig, da auch für Wartung und Service durch die wenigen beweglichen Teile nahezu keine Ressourcen beansprucht werden.
Mit einer Batterieladung kann die GL 25 N beim Grünflächenamt rund zwei Tage betrieben werden, bevor sie dann z. B. über Nacht wieder zu 100 % aufgeladen wird. Das Tages-Einsatzpensum beim Grünflächenamt liegt bei 5 – 8 Baumschnitt-Einsätzen pro Tag und rund 20 Kilometern Strecke, die ebenfalls elektrisch zurückgelegt wird.
„Das Fazit nach einem Jahr Dauereinsatz ist absolut positiv! Trotz erster Bedenken konnte die vollelektrische Maschine in allen Punkten überzeugen und in einigen Punkten die Erwartungen noch übertreffen“, so der Betriebsleiter des Amtes. „Die Mitarbeiter möchten bei der täglichen Arbeit nicht mehr den Abgasen und dem Lärm konventioneller Maschinen ausgesetzt sein.“ Daher überlegt die Kommune nun, weitere Maschinen wie Radlader ebenfalls durch Batteriegeräte zu ersetzen.